07.03.2017 - 07.03.2017

Frühlingsvorlesung

OLGA FLOR: POLITIK DER EMOTIONEN

Man kann sich nicht ewig im Privaten breitmachen, so spannend ist die Sache wirklich nicht. Die Lage der Welt rundum schreit nach Aktivwerdung, nach Mitwirkung, Beteiligung an allen Formen des auf andere Menschen Zugehens, des mühseligen kleinen Entgegenwirkens gegen all die Verletzungen, Verhärtungen, gegen die an­ wachsende Verzückung durch simplizistische Ideengebäude, durch Faschismen religiöser, monetärer und anderer Art. Und die ganze Kleinarbeit, die dem entgegen wirken könnte, muss man wohl selbst erledigen. Dass das Private dabei gar nicht mehr privat bleibt, nicht aus den altbekannten Gründen, sondern weil eine allwissende Dingwelt dabei ist, die Kontrolle über ihre Menschen zu übernehmen, ist dabei mindestens ebenso bedenklich, wird aber resignierend hingenommen.
Es gilt, öffentlich zu werden, anhand von Fakten – gern geschmäht, warum eigentlich? – zu diskutieren, zu reden, zuzuhören, Widerspruch zuzulassen und selbst zu widersprechen, um einer politischen Stimmungsmache etwas entgegen zu setzen, die das Modell der liberalen Demokratie für obsolet erklärt und sich dabei auf eine gefühlte Mehrheitsmeinung eines schwammig definierten Volks beruft.“
 


 

Olga Flor, * 1968 in Wien, lebt in Graz; studierte Physik und arbeitete im Multimedia-Bereich. Seit 2004 freie Schriftstellerin. Zahlreiche Preise, zuletzt: Anton-Wildgans-Preis 2012, Veza-Canetti-Preis 2014. Zuletzt: Ich in Gelb. Roman (Jung und Jung, 2015). www.olga or.at

Dienstag, 7. März 2017
Beginn: 19.00 Uhr
Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30

 

Anfragen und Kartenreservierungen:

Akademie Graz
Elke Riedlberger
0316 837985-14
elke.riedlberger@akademie-graz.at

Eine Veranstaltung der Akademie Graz und Residenz Verlag in Kooperation mit Literaturhaus Graz

 

unterstützt von:
Nachlese
FRÜHLINGSVORLESUNG
NAJEM WALI - Im Kopf des Terrors. Wieso tötet der Mensch?

Wieso aber tötet der Mensch?
 

Warum ist einer ein Terrorist? Wieso tötet der Mensch überhaupt? Oder: Warum tötet jemand Menschen, die er gar nicht kennt? In der Literatur wurde versucht, diese Fragen zu klären, in Dostojewskis Dämonen beispielweise, oder auch in Jan Paul Sartres Herostrat. In Zeiten des IS Terror ist der Blick in den Kopf solcher Protagonisten interessant, weil die Täter – in der Literatur wie im realen Leben – meistens ohne jede politische oder religiöse Motivation auskommen, selbst wenn sie das Gegenteil behaupten. Was sie antreibt, ist die Faszination der Gewalt, das Gefühl absoluter Macht. Es geht ihnen darum, in den modernen Gesellschaften tödliche Angst zu verbreiten und das soziale Fundament des Vertrauens zu zerstören.


In den zwei Essays wird sich Najem Wali mit diesen Fragen beschäftigen und auch zeigen, mit welcher Kälte manche töten, als ob Morden reine technische Sache wäre.

 


 

FRÜHLINGSVORLESUNG
NAJEM WALI - Im Kopf des Terrors. Wieso tötet der Mensch?

Wieso aber tötet der Mensch?

Warum ist einer ein Terrorist? Wieso tötet der Mensch überhaupt? Oder: Warum tötet jemand Menschen, die er gar nicht kennt? In der Literatur wurde versucht, diese Fragen zu klären, in Dostojewskis Dämonen beispielweise, oder auch in Jan Paul Sartres Herostrat. In Zeiten des IS Terror ist der Blick in den Kopf solcher Protagonisten interessant, weil die Täter – in der Literatur wie im realen Leben – meistens ohne jede politische oder religiöse Motivation auskommen, selbst wenn sie das Gegenteil behaupten. Was sie antreibt, ist die Faszination der Gewalt, das Gefühl absoluter Macht. Es geht ihnen darum, in den modernen Gesellschaften tödliche Angst zu verbreiten und das soziale Fundament des Vertrauens zu zerstören.


In den drei Essays wirds sich Najem Wali mit diesen Fragen beschäftigen und auch zeigen, mit welcher Kälte manche töten, als ob Morden reine technische Sache wäre.

FRÜHLINGSVORLESUNG
NAJEM WALI - Im Kopf des Terrors. Wieso tötet der Mensch?

Wieso aber tötet der Mensch?

Warum ist einer ein Terrorist? Wieso tötet der Mensch überhaupt? Oder: Warum tötet jemand Menschen, die er gar nicht kennt? In der Literatur wurde versucht, diese Fragen zu klären, in Dostojewskis Dämonen beispielweise, oder auch in Jan Paul Sartres Herostrat. In Zeiten des IS Terror ist der Blick in den Kopf solcher Protagonisten interessant, weil die Täter – in der Literatur wie im realen Leben – meistens ohne jede politische oder religiöse Motivation auskommen, selbst wenn sie das Gegenteil behaupten. Was sie antreibt, ist die Faszination der Gewalt, das Gefühl absoluter Macht. Es geht ihnen darum, in den modernen Gesellschaften tödliche Angst zu verbreiten und das soziale Fundament des Vertrauens zu zerstören.


In den drei Essays wirds sich Najem Wali mit diesen Fragen beschäftigen und auch zeigen, mit welcher Kälte manche töten, als ob Morden reine technische Sache wäre.

Frühlingsvorlesung
OLGA FLOR: POLITIK DER EMOTION

Man kann sich nicht ewig im Privaten breitmachen, so spannend ist die Sache wirklich nicht. Die Lage der Welt rundum schreit nach Aktivwerdung, nach Mitwirkung, Beteiligung an allen Formen des auf andere Menschen Zugehens, des mühseligen kleinen Entgegenwirkens gegen all die Verletzungen, Verhärtungen, gegen die an­ wachsende Verzückung durch simplizistische Ideengebäude, durch Faschismen religiöser, monetärer und anderer Art. Und die ganze Kleinarbeit, die dem entgegen wirken könnte, muss man wohl selbst erledigen. Dass das Private dabei gar nicht mehr privat bleibt, nicht aus den altbekannten Gründen, sondern weil eine allwissende Dingwelt dabei ist, die Kontrolle über ihre Menschen zu übernehmen, ist dabei mindestens ebenso bedenklich, wird aber resignierend hingenommen.
Es gilt, öffentlich zu werden, anhand von Fakten – gern geschmäht, warum eigentlich? – zu diskutieren, zu reden, zuzuhören, Widerspruch zuzulassen und selbst zu widersprechen, um einer politischen Stimmungsmache etwas entgegen zu setzen, die das Modell der liberalen Demokratie für obsolet erklärt und sich dabei auf eine gefühlte Mehrheitsmeinung eines schwammig definierten Volks beruft.“

 


 

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