23.08.2017 - 19.09.2017

SCHWÄRMEN + VERNETZEN

swarming + networking

Die transdisziplinäre Kunstausstellung untersucht die Möglichkeiten grenzüberschreitenden Arbeitens in der Kunst. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der Autorin Gertrude Grossegger, der Installationskünstlerin und Molekularbiologin Nayarí Castillo und dem Klangkünstler Hanns Holger Rutz. Ziel ist die Entwicklung neuer Verbindungen zwischen Text, Raum und Klang. Dazu haben sich die drei KünstlerInnen experimentell mit dynamischen Systemen des Schwärmens und Vernetzens in der Natur auseinandergesetzt und beziehen sich dabei auf die wissenschaftliche Erforschung der Schwarmintelligenz.

This transdisciplinary exhibition explores the possibilities of boundary-crossing in art. The project is a collaboration between writer Gertrude Grossegger, installation artist and trained molecular biologist Nayarí Castillo, and sound artist Hanns Holger Rutz. In order to open up new connections between text, space and sound, the three artists positioned themselves within an experimental arrangement topically structured around dynamic systems of swarming and networking, based on nature. The project incorporates scientific research on swarm intelligence. 

Eine Kooperation von / a cooperation by:
Akademie Graz, LICHTUNGEN, Artlife Lab KFU Graz, Algorithms that Matter (FWF AR 403) und Stift St. Lambrecht.

 

Nayarí Castillo, Gertrude Grossegger,
Hanns Holger Rutz

 

Eröffnung / opening:
23.08.2017, 18.00 Uhr, Akademie Graz
 

mit einem Vortrag über Künstliches Leben von /
with a lecture on Artificial Life by
Dr. Thomas Schmickl, ArtLife Lab KFU Graz

 

Ausstellungsdauer / duration:
24.08. - 19.09.2017


Ort / venue:
Akademie Graz, Neutorgasse 42, 8010 Graz
www.akademie-graz.at


Öffnungszeiten / opening hours:
Mo – Do / Mon – Thu 10:00 – 17:00
Fr – So / Fri – Sun 10:00 – 14:00

 

 

 

Nachlese
WE ARE LIVING IN A BEAUTIFUL WourLD

Ein psychogeografisches Kunstprojekt über Kultur, Flucht und Migration im Kulturraum Zentraleuropa von
diSTRUKTURA – Milica Milicevic und Milan Bosnic

 

 

“Das plötzliche Interesse für das sogenannte Zentraleuropa erwuchs weniger aus der Einsicht, das seine ganze Kultur vom Schatten verdeckt ist, als vielmehr aus dem im Westen herangereiften Bewusstsein, dass durch die manichäische Teilung in Ost und West ein ganzer Teil Europas wie vom Neben verschluckt wurde.”
Danilo Kiš

Danilo Kiš schrieb diese Zeilen vor 30 Jahren. In der Zwischenzeit haben wir den Fall der Eisernen Mauer und des Ostblocks erlebt, die Vereinigung Europas und die Erweiterungsschritte der EU, die Flüchtlinge aus Syrien und Afrika – aber so etwas wie ein gemeinsamer Kulturraum hat sich dennoch nicht entwickelt, aber das an diese Idee geknüpfte „Heimweh nach Europa“, nach einen verloren gegangenen und neu zu gewinnenden Reichtum an kultureller Vielfalt, besteht noch immer.

diSTRUKTURA, ein serbisches KünstlerInnenpaar, beschäftigt sich gezielt mit dem kulturellen Konzept des zentraleuropäischen Raums und positioniert die künstlerische Praxis als Erforschung dieser in Frage stehenden gemeinsamen kulturellen Identität in einer von Umbrüchen und Migrationsbewegungen gekennzeichneten Zeit.

Migration ist ein zentrales Thema, das trotz aller Komplexität meist einseitig betrachtet wird. Was hat es z.B. für Folgen, wenn vor allem die Jungen, die Unternehmungslustigen, die Kritischen ihr Land verlassen? Diese Abwanderung der Gestaltungs- und Erneuerungskräfte trifft die Gesellschaft ins Mark. Und andererseits heißen die Gesellschaften der Einwanderung die Neuankömmlinge nicht wirklich willkommen, da hilft auch deren gute Ausbildung wenig.

diSTRUKTURA hat dieses langfristig angelegte Projekt vor einigen Jahren am Beispiel Serbien gestartet. Seit dem Krieg haben an die 800.000 Menschen Serbien verlassen. Die meisten von ihnen sind AkademikerInnen. Aber haben sich ihre Hoffnungen und Erwartungen erfüllt? Das war die Frage von "We are living in a beautiful wOURld". Dazu gab es bereits zahlreiche Dokumentationen der Zwischenschritte: Fotoserien, Installationen in Galerien und im öffentlichen Raum in Belgrad, Novi Sad, Graz, Gleisdorf und Pöllau. Letztes Jahr startete diSTRUKTURA mit Interviews in Graz, die die Zuwanderung von AkademikerInnen und KünstlerInnen aus dem ex-jugoslawischen Raum nach Graz zum Thema hatte. Die Interviews waren online und mit den öffentlichen Raum über QR-Codes an „ihren“ Orten in Graz verknüpft: http://www.youtube.com/watch?v=ixcYNInoU-A Die Interviews erzählen von den Gründen des Weggehens, dem Ankommen in Österreich sowie dem Prozess des Hineinfindens, und wie sie alle ÖsterreicherInnen wurden.

Ziel ist die geografische Ausweitung dieses erfolgreichen Projektstarts auf 30 Interviews, die sich zu einer kulturellen Psychogeografie von Österreich und den Ländern des Weltbalkans verdichten und so die Rolle der Kunst in einer von Umbrüchen und Transformationen geprägten Zeit zeigt.

Das Projekt soll abschließend in Graz und in allen Hauptstädten der ex-jugoslawischen Länder präsentiert sowie in einem Ausstellungskatalog dokumentiert werden.

GRINDER
Ausstellung Ryts Monet

Eine Kooperation von StAiR Land Steiermark, Akademie Graz und EEZA


Die Großen Erzählungen der Menschheit im Mikrokosmos des Alltags wiederzufinden, ist meist der Kristallisationspunkt der visuellen Umschreibungen von Ryts Monet. So erzählt er in seiner Installation mit einem “Grinder” – ubiquitäres Mobiliar aller Skaterparks – die kosmische Entstehungsgeschichte von Gold, inklusive seiner kulturhistorischen Symbolik als Himmelslicht.

Ryts Monet ist von Februar bis April 2017 Stipendiat von St.A.i.R. Styria Artist in Residence des Landes Steiermark in Graz und arbeitet hier mit Akademie Graz und Atelier Schillerstraße.

Im Rahmen von Aktuelle Kunst in Graz.

www.rytsmonet.eu

 


 

Ausstellung Andrea Sadjak
DINGE DER LIEBE

Andrea Sadjak beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft, menschlicher Innenwelt und Außenwelt. Der Ton - als eines der ältesten Materialien - wird dabei zum Speichermedium und dient als Archiv individueller Geschichten. Ausgangspunkt ihrer Installationen sind romantische Postkarten, die sich ihre Großeltern geschrieben haben. Sie entwickelt daraus unterschiedliche visuelle und haptische Erzählungen zu Liebe und Berührung.

 

 


 

Ausstellung Friederike Schwab
waiting clothes

Friederike Schwab ist eine jener seltenen Persönlichkeiten, die sowohl im Gebiet der bildenden Kunst als auch der Literatur zu Hause sind und sich gleichwertig beider Formen des Ausdrucks bedienen. 

Die Erforschung der Kraft der Farbe bestimmt ihr Oeuvre. Zum Thema Krise passt außer den Bildern mit dem Titel "waiting clothes" eine kleine feine in monochromem Weiß gehaltene Arbeit – Farbigkeit ex negativo. Es ist ein Kästchen, das die „Die Kleider der Woche“ in Miniaturausführung birgt. Auf einem Preisschild sind den Kleidungsstücken Emotionen zugewiesen. Trage ich heute Liebe, Neid oder Gelassenheit? Sich seiner Gefühle bewusst zu werden, ist das Thema der Gegenwart: Hass als berechtigte Wut ausleben. Zornig und rücksichtslos sein dürfen. Die Liebe lächerlich finden. Gefühle kommen in den Rang politischer Handlungen. In diesem Sinn, so die Künstlerin, umfasse „Die Woche“ metaphorisch die Momente des Lebens: Selbstausdruck im Sekundentakt. Jeder Moment erfordert eine Entscheidung, wer wir sind. Erfordert es, eine Haltung anzunehmen oder eine Maskierung zu bevorzugen. Freiheit wählen oder Verantwortung ablehnen. Das Kästchen ähnelt täuschend einem Kinderspiel. Die in Gips getauchten Kleidchen wirken wie bleiche Häute, anziehend fremdartig und abschreckend körperlich. Auch das Kästchen selbst ist wesenhaft und kann sich zur Welt hin abschließen. Weder in uns noch in andere können wir so hineinschauen wie in dieses Kästchen. Wir wissen nur zum Teil, welche schönen und schrecklichen Möglichkeiten in uns verborgen sind. Freiheit ist unsere Hoffnung. Kunstbetrachtung öffnet dafür ein Zeitfenster.

 


 

Akademie Graz
Neutorgasse 42, 8010 Graz
STADTPLAN

 

Tel: (0043) 0316 83 79 85 - 0
Fax: (0043) 0316 83 79 85 - 17
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