30.11.2017 - 30.11.2017

HERBSTVORLESUNG

Catalin Dorian Florescu: Ruhe bewahren

Das Rad dreht sich immer schneller, alles ist in ständiger Bewegung, nichts darf ruhen, es herrschen Geschwindigkeit und Flüchtigkeit. Von der Glücksverheißung, die einem als Trost angeboten wird, bleibt oft nicht viel mehr als ein vages Unbehagen übrig.

Die Aufklärung – das westliche Projekt, vernünftige und (selbst)verantwortliche Individualität durch Bildung, Erziehung und Kultur zu ermöglichen – scheint ihre Grenzen erreicht zu haben. Oder war es nie mehr als nur ein Versprechen? Wer kann hier Abhilfe leisten, nachdem die großen sozialen und ökonomischen Utopien, Kommunismus und Kapitalismus, sich angesichts ihrer Exzesse gründlich blamiert haben?

Ich widme meine Vortragsreihe der 32-jährigen Heather Heyer, die in Charlottesville, Virginia starb, als sie sich dem rechtsradikalen Mob in den Weg stellte. Sie sagte: „Wenn du nicht empört bist, schaust du nicht genau hin.“

Eine Kooperation von Akademie Graz, Literaturhaus Graz und Residenz Verlag.

30. NOVEMBER und 1. DEZEMBER 2017
Beginn: jeweils um 19:00 Uhr
Literaturhaus Graz, Elisabethstraße 30, 8010 Graz

 

Anfragen und Anmeldung:

Akademie Graz, Elke Riedlberger
T: 0316 837985-14
E: elke.riedlberger@akademie-graz.at

Eine Veranstaltung von Akademie Graz in Kooperation mit Literaturhaus Graz, Residenz Verlag und DIE PRESSE

unterstützt von:
Nachlese
FRÜHLINGSVORLESUNG
KINDERWUNSCH OHNE GRENZEN?

Elisabeth Beck-Gernsheim in Soziologin in München, mit Professuren in Deutschland, England und Norwegen, aktuell ist sie Senior Research Fellow am Institute for Cosmopolitan Studies der Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familie und Geschlechterverhältnisse, Migration und Ethnizität, Technik und Technikfolgen im Bereich der Medizin. International bekannt wurde sie mit ihren Studien über neue Formen von Familie und Partnerschaft in der Gegenwart, ihre Bücher im Beck- und Suhrkamp-Verlag wurden mehrfach aufgelegt.

Publikationen u.a.: mit Ulrich Beck: Das ganz normale Chaos der Liebe, 1990; Hg. Mit Ulrich Beck: Riskante Freiheiten. Zur Individualisierung der Lebensformen in der Moderne, 1994; Was kommt nach der Familie?, Alte Leitbilder und neue Lebensformen, 1998; Wir und die Anderen. Kopftuch, Zwangsheirat und andere Missverständnisse, 2004 (erweiterte Neuausgabe 2007); Die Kinderfrage heute – Über Frauenleben, Kinderwunsch und Geburtenrückgang, 2006; mit Ulrich Beck: Fernliebe. Lebensformen im globalen Zeitalter, 2011.

HERBSTVORLESUNG
UNERLÖST - KREATIVITÄT ALS PROBLEM

Unerlöst
Kreativität als Problem

Niemals war mehr von Kreativität die Rede als heute. Sie ist nicht mehr Privileg einiger Weniger, sondern gilt als menschliches Grundvermögen. Irgendwo zwischen Lyrik und Ausdruckstanz, zwischen Bildermalen und Musikauflegen sollte kreativ tätig werden, wer auf der Höhe der Zeit sein will. Entsprechend groß ist der Bedarf nach Kreativitätstechniken; gesucht ist Inspiration, wo auch immer sie herkommen möge. Konjunktur hat alles, was sich als Erlösung anbietet: Konsumprodukte werben damit, stimulieren zu können; die Wellness-Industrie lebt vom Versprechen, verschüttete Ressourcen der Kreativität zu öffnen; und von der Kunst erwartet man mittlerweile auch nicht mehr große Meisterwerke, sondern eine Atmosphäre der Kreativität.

 


 

HERBSTVORLESUNG
Die Welt aus den Angeln - Äußere Umstände, innere Zustände

Teil I: Baby, its cold out there

Über die Kleine Eiszeit und die Erfindung der Moderne

 

Europa – ein erneut ins Taumeln geratender Kontinent? Der Historiker und Autor Philipp Blom zieht eine Parallele zwischen historischen Krisensituationen und der Gegenwart: Klimawandel, Verteilungskämpfe und die Sehnsucht nach dem Autoritären bedrohen  Zusammenhalt, Wohlstand und sozialen Frieden in Europa. Was können wir dem entgegensetzen, wenn, wie Philipp Blom konstatiert, wir keine Zukunft gestalten wollen, so Blom, sondern nur die Gegenwart so lang wie möglich ausdehnen? Angesichts der Dimension und Komplexität sich abzeichnender Umbrüche, ist die Grenzen „dicht zu machen“, keine Lösung.

Philipp Blom, * 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

HERBSTVORLESUNG
Die Welt aus den Angeln Äußere Umstände, Innere Zustände

Teil II: Wer gehört zu uns?
Liberale Träume, autoritäre Träume und das Ende der Demokratie

 

Europa – ein erneut ins Taumeln geratender Kontinent? Der Historiker und Autor Philipp Blom zieht eine Parallele zwischen historischen Krisensituationen und der Gegenwart: Klimawandel, Verteilungskämpfe und die Sehnsucht nach dem Autoritären bedrohen  Zusammenhalt, Wohlstand und sozialen Frieden in Europa. Was können wir dem entgegensetzen, wenn, wie Philipp Blom konstatiert, wir keine Zukunft gestalten wollen, so Blom, sondern nur die Gegenwart so lang wie möglich ausdehnen? Angesichts der Dimension und Komplexität sich abzeichnender Umbrüche, ist die Grenzen „dicht zu machen“, keine Lösung.

 

Philipp Blom, * 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.

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