Franziska Fischer, Atelier 10
6. Juni bis 5. Juli 2019

ATELIER 10

Ausstellung und Kunstbeitrag in den Lichtungen 

mit Arbeiten von Franziska Fischer, Johannes Grammel, Katharina Kleibel, Franza Maier, Manfred Muer, Franz Nigl,
Michaela Polacek

Eröffnung: Donnerstag, 6. Juli 2019, 19.00 Uhr 

Atelier 10 der Caritas Wien
Team: Gabriele Ludescher, Ann Muller, Florian Reese

Um jenen KünstlerInnen Raum und kulturelle Sichtbarkeit zu bieten, die sich aus ihrer sozialen Randlage heraus nicht ausreichend selbständig in einen kulturellen Kontext begeben können, gründete die Caritas Wien das Atelier 10, eine lose Ateliergemeinschaft. Erkrankung oder Behinderung stehen dabei aber nicht im Vordergrund. Ziel ist es, gerade die Kunst als das wohl einzige Metier zu begreifen, das tatsächlich weitgehend barrierefrei ist.

Florian Reese, * 1967 in Singen (D), seit 1987 diverse künstlerische Tätigkeiten, 1992 Praktikum im Haus der Künstler, Gugging (A), bis 1996 Fachhochschulstudium Kunsttherapie in Nürtingen (D), 1996–2000 künstlerische Workshopleitung bei Coopérations in Wiltz (L), 2000–2011 Leitung Atelier Gugging und stv. Leitung SHE Haus der Künstler, Gugging (A). Seit 2011 Aufbau und Leitung des Atelier 10, Caritas Wien (A) / künstlerischer Atelier- und Galeriebetrieb.

Michaela Polacek wurde 1972 in Wien geboren und arbeitete nach einer kaufmännischen Lehre fünf Jahre als Bürokraft. Danach machte sie den Flugschein für ‚Einmotorige‘. 2002 näherte sich Polacek erstmals künstlerischen Medien und begann auf kleinen Formaten mit figurativen Illustrationen und Mischtechniken zu experimentieren. Seit 2012 arbeitet Polacek im ATELIER 10. Dort änderte sie ihre Arbeitsweise abrupt und erweiterte ihre Formate, grafischen Dimensionen und Vokabular um ein Vielfaches.

Katharina Kleibel wurde 1967 in St. Pölten in ein bibliophiles Umfeld hineingeboren (Otto Müller Verlag, Steinbrener Verlag). So entdeckte und setzte Kleibel schon frühzeitig die Schrift als für sie optimales Ausdrucksmedium ein. Anfang 2012 besuchte sie erstmals das ATELIER 10. Damals entwickelte sie auch ihre heutige Technik – Textilien mit Schrift-Applikationen zu Kunstobjekten zu transformieren. Kleibels Assemblagen mit den Schrift-Stickereien funktionieren als offensives Sprachrohr und generieren ihre ganz persönliche Form von „Punk“.

Franza Maier (* 1974, Eisenstadt) arbeitet mit starken Kontrasten. Maier mischt abstrakte mit figurativen, zeichnerische mit malerischen und geometrische mit organischen Elementen. Maier spielt mit der Sterilität technischer Zeichnungen und konfrontiert sie mit schnellen Konturstrichen oder Collagen. Ebenso abrupt wechselt Maier die Farblichkeit – mal arbeitet sie transparent, mit sanften Tönen, um dann wieder vereinzelte, beißend knallige Akzente zu setzen. Maier besuchte ab 2003 die Universität für angewandte Kunst und nutzt seit 2014 das ATELIER 10.

Johannes Grammel (* 1985, Korneuburg) studierte bei Carola Dertnig auf der Akademie der bildenden Künste in Wien und schloss 2013 ab. Seit 2014 arbeitet Grammel im ATELIER 10. Grammel arbeitete in den Bereichen Performance, Video, Fotografie sowie bildender Kunst und experimentierte an ihren Schnittstellen. In den vergangenen Jahren konzentriert sich seine Arbeit auf technische, formale und inhaltliche Details im Segment der Zeichnung. Zuletzt befasste sich Grammel intensiv mit der stofflichen Wechselwirkung zwischen Ölkreiden und dem Kopierstift.

Franziska Fischer (* 1968, Wien) findet ihr Arbeitsmaterial in den umliegenden Wäldern nahe des Böhmischen Praters. Fischer überprüft die Materialien auf ihre Teilbarkeit, zerpflückt sie, seziert sie. Jenseits aller technischen Traditionen verarbeitet Fischer die Fragmente, indem sie sie scheinbar wahllos miteinander verknüpft, verklebt, verbindet. Fischers zerbrechliche Objekte sind Zeugnisse einer radikalen Aneignung von Teilen ihrer Umwelt. Fischers Environment befindet sich im steten Wandel von Erneuerung und Entsorgung.

Franz Nigl (*1970, Wachau) wandte sich zunächst der Malerei und Musik zu. Neben eigenen musikalischen Formationen und Produktionen folgten in den 1990-er Jahren experimentelle, performative Aktionen. Seine ersten Tonfiguren entstanden Ende der 1980-er Jahre. Als Nigl 2013 das Raumangebot des ATELIER 10 zu nutzen begann, entwickelte er das Erscheinungsbild seiner Figuren sukzessive weiter. Ohne Glasur und Effekte suchte er nach einer Reduktion der klassischen Mittel. Durch die Wahl des grob schamottierten Terra Nigra-Tons und der wachsenden Stückzahl rückte Nigl den Fokus der einzelnen Figur auf die eigentümliche Wirkung einer invasiven Population mit dunklen, archaisch-rätselhafter Provenienz.

Manfred Muer (*1982, Wien) baute bereits in frühen Jahren mit allen ihm zur Verfügung stehenden Materialien an Objekten und Miniaturen. Seit 2005 arbeitet Muer täglich, in seinem WG-Zimmer der Caritas Wien, an einer Landschaft, die den gesamten Raum des Zimmers einnimmt – Gebäudeteile vom Boden bis zur Decke, verbunden mit Brückenkonstruktionen und kombiniert mit zahlreichen Elektro-Installationen. Ausgewählte Lego- und Playmobilteile werden mit Elementen aus Holz, Kunststoff und Karton kombiniert, zugeschnitten, geschliffen und verklebt. Seit 2012 ist Muer im ATELIER 10, wo er parallel an seinem zweiten Environment als begehbare Kunst-Installation arbeitet. Muer konzentriert die gewöhnliche Welt aus Stadt & Häuslichkeit auf engstem Raum; sein Wohnbereich und Atelier sind Gesamtkunstwerke in progress

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