Die kulturelle Tradition der Zukunft

Plakat Tradition der Zukunft
Tradition der Zukunft “Handwerk – Kultur – Landschaft”

 

Zeitgenössische Kunst, kulturelles Erbe und die 17 UN-Entwicklungsziele

  • Wie können wir in disruptiven Zeiten für die Resilienz der Zukunft vorsorgen?
  • Welche neuen Traditionen werden wir brauchen?
  • Wie entsteht die kulturelle Vergangenheit der Zukunft?
  • Welche Rolle spielt die zeitgenössische Kunst in der Entwicklung neuen kulturellen Erbes?

    Plakat 2 Tradition der Zukunft
    Tradition der Zukunft “Veränderung – Zusammenleben – Entfaltung”

Programmschwerpunkt in Kooperation mit A9 Kultur International und Volkskultur Steiermark GmbH
über die Rolle der zeitgenössischen Kunst für die Entstehung neuen immateriellen Kulturerbes mit Fokus auf die SDGs der UN.

Ab Juni 2023: gemeinsame Projektentwicklung
2024: Umsetzung von best-practice Projekten

Inhalt / Umsetzung
Projektpräsentationen und Vernetzungsgespräche mit regionalen und internationalen Expert:innen in Veranstaltungen in der Steiermark an verschiedenen Standorten.
Dabei geht es um die Erhebung des Status quo und die Reflexion folgender Themen:

  • Kulturelle Praxis in der Steiermark: bestehende und neue, kulturelle und interdisziplinäre Netzwerke und wie man sie fruchtbar machen kann für die Beförderung des Zusammenwirkens von zeitgenössischer Kunst und Volkskultur – im internationalen Austausch und als zukunftsorientierter Gestaltungsraum in einer disruptiven Gegenwart.
  • Gegenwärtige Situationen der Vergangenheit bildeten die Initiative für die das immaterielle kulturelle Erbe heute. Welche waren das, und aus welchen Situationen wird sich heute, aus der Sicht der Gegenwart, ein kommendes, neues kulturelles Erbe formen?
  • Welche Rolle spielt dabei die gegenwärtige Notwendigkeit zur Transformation unserer Welt, wie sie in den 17 Entwicklungszielen der UN beschrieben ist?
  • Und was kann die zeitgenössische Kunst beitragen, für das immaterielle Kulturerbe der Zukunft, mit Fokus auf die ökologisch-sozial-ökonomischen Transformationen, wie sie in den SDGs empfohlen werden?
  • Die Krisen, die auf uns zukommen, haben eine länderübergreifende, ja planetare Dimension, daher ist eine Stärkung des internationalen bzw. sogar kontinenteübergreifenden Austausches + Zusammenarbeit wünschenswert.

Ziele

Wir wollen mit regionalen best-practice Initiativen und internationalen Expert:innen diskutieren, wie unterschiedliche kulturelle Praktiken einander stärken können und welche Atmosphären der Innovation besonders förderlich sind,.

Insbesondere die steirische Besonderheit des Zusammenwirkens von zeitgenössischer Kunst und Volkskultur birgt die außergewöhnliche Chance, beispielhaft einen Erfahrungsschatz
zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen zu versammeln und zu neuen Traditionen zu verdichten.

  • Wie können zeitgenössische Kunst und volkskulturelle Praxis bzw. zeitgenössische Kunst und immaterielles kulturelles Erbe in Verbindung stehen?
  • Wie können die SDGs sich in neuen Formen des immateriellen kulturellen Erbes widerspiegeln? Und wie können dazu Volkskultur, wissenschaftliche Forschung und zeitgenössische Kunst befruchtend ineinanderwirken?

Eine Kultur des Aufbruchs in neue Zeiten
Wer wir sind, das ist in der Kultur geborgen und umfasst all jene Standpunkte, von denen aus wir Veränderung gestalten und uns selbst verändern können.

Wir leben in einer Zeit der großen Umbrüche und Paradigmenwechsel und stehen vor bzw. bereits inmitten großer Krisen in den Bereichen Ökologie, Politik und Gesellschaft, die nur durch das Denken in größeren Zusammenhängen und nur durch ein Zusammenwirken in unterschiedlichsten Ebenen und Formen bewältigt werden können.

“Placing culture at the heart of development policies is the only way to ensure a human-centred, inclusive and equitable development. (…)
Cultural heritage — both tangible and intangible — and creativity are resources that need to be protected and carefully managed.
They can serve both as drivers for achieving the SDGs as well as enablers, when culture-forward solutions can ensure the success to achieve the SDGs.“
Jyoti Hosagrahar, Deputy Director for the World Heritage Centre at UNESCO

Kultur und die UN-Entwicklungsziele
Die 2015 beschlossene Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit ihren 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung und Transformation unserer Welt vereint soziale, ökologische und ökonomische Handlungsfelder, um zum einen der Komplexität und Verwobenheit dieser drei großen Bereiche Rechnung zu tragen und so zum anderen den erforderlichen Wandel tatsächlich in Gang zu setzen.
Diese klare und stringent aufgesetzte Handlungsanleitung in den SDGs der UN sollte dementsprechend in allen gesellschaftlichen Bereichen breit kommuniziert und mitgetragen werden – so auch in Kunst und Kultur.

Immaterielles Kulturerbe
Insbesondere das immaterielle Kulturerbe war immer schon flexibel, fluid, heterogen, bottom up und community based, so Bénédicte Savoy in „Provenienz der Kultur“ (2018). Das immaterielle Kulturerbe hat immer schon auf den laufenden kulturellen Austausch reagiert und neue Einflüsse integriert. Es birgt so auch die gelungene Auseinandersetzung mit Konflikten und Transformationen in sich, und ist getragen nicht nur von den Menschen vor Ort, sondern auch beeinflusst von allen, die kommen und bleiben oder wieder gehen.

Das immaterielle Kulturerbe war in seiner wesentlichen Qualität Orientierung stiftend und Halt gebend in schwierigen Zeiten.
Die Vorstellung eines unverrückbaren, heterogenen Kulturerbes wurde historisch oft missbräuchlich verwendet. Die UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe (2003) zeichnet sich daher durch eine Neufokussierung auf die dynamische, mobile und dialogische Natur von Kulturerbe aus.

Immaterielles Kulturerbe in der Steiermark
Die Steiermark ist im Nationalen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der österreichischen UNESCO-Kommission stark vertreten, mit derzeit 42 Eintragungen. Überwiegend handelt es sich dabei um lang überlieferte volkskulturelle Bräuche und Traditionen. Welche davon können in direkten Bezug zu den SDGs gestellt werden?

Kunst und Kultur als treibende Kraft
Die Nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen verweisen einerseits direkt auf die Kultur als ein relevanter Bereich zur Gestaltung der „Transformation unserer Welt“ (SDG 4).
Im Gegenzug gilt aber auch, dass sehr viele der 17 SGDs bereits Zielrichtungen der im kulturellen Leben sind, in der Mitwirkung zur Gestaltung eines guten Lebens für alle. Sie sind Thema der partizipatorischen, gemeinschaftsstiftenden und zivilbürgerlichen Praxis, wie sie im Kulturbereich state of the art ist.

Themen der SDGs wie Inhalte der Kulturarbeit sind der Fokus auf sozial gerechte, gleichberechtigte, chancengleiche, nachhaltige, friedliche und inklusive Gesellschaften.
Ein wesentlicher Erfolg von Kunst und Kultur ist auch ihr Beitrag zur Regionalentwicklung: Hier ist die Steiermark laut Franz Fischler eine Vorreiter-Region innerhalb des Zusammenschlusses der europäischen LEADER-Regionen.

 Traditionen der Zukunft
Für die nächste Zukunft wird es ein Thema sein, die Rolle von Kunst und Kultur für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung entlang der 17 SGDs herauszuarbeiten.
Kunst und Kultur werden in den SDGs der UNO aufgelistet aufgrund ihrer Potentialität, neue Bräuche und Praktiken zu schaffen, wie wir sie in einer veränderten Zukunft infolge der disruptiven Gegenwart benötigen werden.

Traditionen, die zum Beispiel ökologisches Wissen bergen und pflegen.
Traditionen, die neue Beziehungen und Bezogenheiten stiften und so das Wissen um informelle Netzwerke weitertragen.
Traditionen und Bräuche, die aus der Bedeutung einer umfassenden Ökologie als einer Lehre von Beziehungen erwachsen.

Was könnten zukünftige Traditionen beinhalten?
Was werden wir brauchen, als Brauchtum?
Wir Menschen pflegen die Kultur, nicht nur um zu erforschen, wer wir sind, sondern auch, um die „Widerstandsfähigkeit der Menschen in prekären Situationen erhöhen“. (SDG 1)

Die SDG-Traditionen der Zukunft beziehen sich auf folgende Handlungsfelder:

  • Inklusive Kultur, inklusiver Alltag, inklusive Infrastrukturen
  • Kultur für Vielfalt: Sprachenvielfalt, Biodiversität und (sozio)kulturelle Vielfalt
  • Kultur für neue Beziehungen zur Natur und zur Umwelt / volkskulturelles Wissen und alternative Praktiken im Umgang mit der Natur
  • Kultur als internationale Beziehungen und globale Partnerschaften
  • Kulturpolitische Maßnahmen zur Stärkung des Lokalen und Regionalen, im internationalen Austausch
  • Kultur als Treiber von Innovation, als wesentlicher Faktor von Wirtschaftsstandorten und Weiterentwicklung, Kultur als regionale Ressource
  • Kultur und Klimaschutz
  • Kultur gegen Armut und Ungleichheit

Das Kulturelle Erbe ist etwas Verbindendes, bei dem immer auch ein Konflikt enthalten ist, als Kristallisationspunkt dieser kulturellen Praxis
– und damit ist auch eine Rolle von Kultur in Gesellschaften auf den Punkt gebracht…

Straßganger Bad, Juli 2023: Tradition der Zukunft

 

15. September 2022

Literaturhaus Graz

16. Dezember 2021 bis 6. März 2022

Kunsthaus Mürz

8. November 2021 bis 14. Jänner 2022

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